Belle Époque I

Und gab es in Europa ein Wasser, das mich lockte,
so wärs ein schwarzer Tümpel, kalt, in der Dämmernis,
an dem dann eins der Kinder, voll Traurigkeiten, hockte
und Boote, falterschwache, und Schiffchen segeln ließ’.

Aus „Das trunkene Schiff“ (Arthur Rimbaud)

Das trunkene Schiff I

Das trunkene Schiff I

Belle Époque – die schöne Zeit… Ende des 19. Jhd. bis Anfang des 20. Jhd. war die Welt im Aufbruch. Schneller, höher, weiter.

Es war die Zeit der Weltaustellungen, zu denen man reiste. Man bestaunte 1889 zur Weltausstellung in Paris den Eifelturm. 1876 in Philadelphia das Telefon und 1893 in Chicago den elektrischen Stuhl.

Schöne Zeit – für wen? Wer es sich leisten konnte, bedröhnte sich mit Opium. Wer nicht, mit Absinth. Die Mehrheit der Bevölkerung, wie Landarbeiter und Arbeiter in der aufkommenden Industriealisierung, vergnügte sich sicher nicht beim Nachmittagstee. Doch der Optimismus war sicher groß. Nichts wissend und ahnend wo es enden sollte…

Das trunkene Schiff

Das trunkene Schiff

Und irgendwie ist diese Zeit faszinierend. Es ist auch die Zeit, in der die Emanzipation der Frauen ihre ersten Erfolge feiert. Am Ende der Belle Époque hat sich die Frau vom Korsett befreit. Die Nacht wird in den Hauptstädten zum Tag gemacht. Das Moulin Rouge öffnet 1889 seine Türen – im gleichen Jahr wie der Eifelturm.

Irgendwie entstand die Idee, diese Zeitspanne als Vorlage für eine freies Fotoprojekt zu nehmen.

Es werden sechs bis acht Aufnahmen entstehen. Alle Aufnahmen möchte ich in der Region Bodensee realisieren. Schon alleine die Vorbereitungen des Projektes waren recht aufwändig. Aber ich freue mich nun, dass das Projekt mit der ersten Aufnahme seinen richtigen Anfang genommen hat.